Der Weg des geringsten Widerstandes – am Wasserfall 400Hm Klettersteig erklimmen

Jeder kennt das Wesen von Wasser – es bahnt sich immer dort seinen Weg entlang, wo es am einfachsten ist.

Will es also irgendwo den Berg runter, nimmt es am besten den direkten Weg und schwupps entsteht ein Wasserfall. Nehmen wir auch einfach diesen Weg, den leichtesten Weg – aber anders herum!

Folgen wir dem Wasser einfach hinauf und erleben Via Ferrata für Einsteiger Burrone Giovanelli mit allen Sinnen.

Ich habe mich sehr auf diese Tour gefreut, denn es war mein erster Klettersteig. Aufgeregt war ich nicht, fast hatte ich auch die Befürchtung, dass er zu einfach sein würde, schließlich habe ich schon ausreichend Bergerfahrung mit kniffligen Kraxelstellen, aber die Vernunft sagte mir – fang erstmal klein an, es wird ja nicht Dein letzter Via Ferrata sein.

ich bin bereit :D

Mit dem Schlimmsten starten am Burrone Giovanelli

Wir waren 16 gutgelaunte Anfänger, die in voller Ausrüstung bis zum Einstieg des Klettersteiges – nein warte, nicht bis zum normalen Einstieg, sondern wir nahmen direkt einmal eine Variante. Eine wunderhübsche Eisenleiter, gefühlt 50km hoch und mindestens 2m vom Fels entfernt… ganz ehrlich? Für mich war diese Leiter die Schlüsselstelle der gesamten Route. Warum? Ganz einfach – die war zu weit weg von der Felswand. Mag ich nicht.
Bubbernden Herzens kam ich dann aber unbeschadet am oberen Ende dieser Himmelstreppe an und hoffte, dass dieser Klettersteig weitere spannende Abschnitte bereithalten würde. Zunächst ging es aber erst einmal auf einem Wanderweg weiter – ich glaube, dass alle Wanderer uns dort für verrückt hielten, waren wir doch mit Helm und Sicherungsgurten unterwegs. Aber was soll’s – wir sind ja hier, um es zu lernen.
ab in die Klamm
so hält man sich richtig am Seil! – nie die Karabiner verlieren

Rein in die Klamm und ab zur Weinprobe

Und bald kam dann auch der wirklich interessante Teil der Tour. Wir stiegen in die Klamm ein, die das Wasser über Jahrhunderte hinweg geschleift hat. Man sah nicht, wo der Weg hin ging, aber das, was man sah, war abenteuerlich. Juhu – es konnte losgehen!

Diesmal ging es immer wieder über Steigeisen die Wände hoch. Zwischendurch gab es Wanderpassagen durch das Flussbett, die einem Zeit ließen, das unglaubliche Panorama der Schlucht in sich aufzunehmen. Hier zu sein, fühlte sich richtig an und auch wenn die Tour technisch gesehen einfach war, so ist der Ort doch absolut lohnenswert und faszinierend! 

Kurze Verschnaufpause – Foto: Christine Guba (merci!)

Aber spätestens, als wir von einem Trailrunner – ganz ohne Klettersteig-Ausrüstung – überholt wurden, war mir wieder deutlich bewusst, dass es hier ein Anfängerkurs war. Das nächste Mal wird es eine Strecke ohne Trailrunner!

Das große Finale der Tour war ein weiterer Wasserfall, der bestimmt 50m hoch war. Hier konnten sich alle eine kühle Erfrischung holten und sich eine Pause gönnen – auch die Sonne hatte ihren Weg bis zu uns in die Klamm gefunden, um uns ein Gefühl des Rundum-Wohlfühlens zu geben. Klettersteig gehen war absolut mein Ding!

Erfrischendes Highlight der Tour
verdiente Weinprobe bei Dorigati in Mezzolombardo
Beschwingten Schrittes ging es für uns dann noch ein paar Meter höher, bald folgten wir wandernd einem Forstweg, der uns bis zum Bergdorf Monte führte. Von dort hieß es nur noch, ab in die Gondel mit allen und steil hinab nach Mezzocorona, wo wir von Paolo, Winzer des Hauses Donati, zu einer feinen Weinverköstigung mit Parmaschinken geladen wurden. Was für ein entspannender Ausstieg aus meinem ersten Via Ferrata.

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